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Vor-Rente · Phase 4

Die rote Zone. Hier zählt jede Entscheidung am meisten.

Die 5-10 Jahre vor der Rente entscheiden, ob gute Pläne durch schlechte Reihenfolge entgleisen. Ein Marktcrash jetzt schmerzt mehr als derselbe Crash mit 35. Die richtigen Schritte schützen, was du aufgebaut hast, ohne die letzte Zinseszins-Etappe zu verpassen.

Deine Prioritäten der Reihe nach

  1. Catch-up-Beiträge aggressiv nutzen

    Ab 50, in den Spitzen-Verdienstjahren: Rürup-Höchstbetrag (~29.344 € Single 2026) voll ausnutzen — 100% absetzbar. bAV-Entgeltumwandlung bis 8% der BBG (~7K€/Jahr) sozialabgaben- und steuerfrei. ETF-Sparplan parallel hochfahren mit jeder Bonus-/Tantieme-Zahlung.

  2. Bau einen 2-3-Jahres-Cash-Puffer auf

    In der Rente willst du nicht im Crash Aktien verkaufen, um die laufenden Kosten zu decken. 2-3 Jahre Ausgaben auf Tagesgeld + kurzlaufende Bundesanleihen + Geldmarkt-ETF (z.B. Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap) vor Renteneintritt. Das ist deine Sequence-of-Returns-Versicherung.

  3. Anleihen-Quote anheben — aber nicht zu weit

    Ein "Bond-Tent": von 20-30% Anleihen mit 50 auf 40-50% bei Renteneintritt hochfahren (Bundesanleihen lang, Investment-Grade-EUR-Anleihen-ETF), dann wieder auf 30-35% in der ersten Dekade absenken. 60%+ Anleihen bei Rentenbeginn unterschießt — dein Portfolio muss noch 20-30 Jahre wachsen.

  4. Krankenversicherung vor 65 planen

    Vor 65 (vor RV-Einritt) bleibst du in der KV — entweder freiwillig gesetzlich (KVdR-Vorbedingungen prüfen: 9/10-Regel) oder PKV. Im Ruhestand wird die KV teuer: GKV-Beitrag liegt bei ~16% auf alle Einkünfte (Rente + Miete + Kapitalerträge). PKV-Beiträge können im Alter explodieren — Beitragsentlastungstarif jetzt prüfen.

  5. Renteneintrittsmoment sorgfältig wählen

    Regulärer Renteneintritt mit 67 (Jahrgang 1964+). Vorzeitig mit 63 (für besonders langjährig Versicherte mit 35 Jahren) kostet 0,3% pro Monat = bis 14,4% Abschlag. Hinausschieben über 67 gibt 0,5% Bonus pro Monat = bis 6%/Jahr. Für die meisten gesunden Menschen ist Hinausschieben mathematisch optimal. Renten-Bescheid und V0210-Beratung bei der DRV nutzen.

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Häufige Fragen

Wie viel sollte ich mit 60 angespart haben?

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Fidelity-Benchmark: 8× Jahresgehalt mit 60, 10× mit 67. Ein 60K-Brutto-Verdiener sollte mit 60 also 480K € haben (gesetzliche Rente + bAV + Rürup + ETF zusammen). Zurück? Catch-up-Beiträge, 2-3 Jahre länger arbeiten, geplante Rentenausgaben senken sind deine Hebel. Standardrente liegt bei nur ~48% des letzten Nettos — Lücke selbst füllen.

Baufinanzierung vor Rente tilgen?

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Bei Effektivzins über 5%: meist ja. Bei 1,5-3,5% (viele Millionen 2015-2021 abgeschlossen): die Mathematik sagt investieren, aber der psychologische Wert "schuldenfrei in Rente" ist real. Reine Mathematik: ETF anlegen, weil reale Aktienrendite > Hypothekenzins. Hybrid: Sondertilgung 5%/Jahr nutzen, um das Sequence-Risiko zur Rentenphase zu reduzieren.

Wann sollte ich die gesetzliche Rente beantragen?

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Für die meisten Gesunden: regulär mit 67. Jedes Jahr Hinausschieben über 67 = +6%/Jahr. Vorzeitig mit 63 (für besonders langjährig Versicherte) = -3,6%/Jahr Abschlag. Ausnahmen: schwache Gesundheit, keine anderen Einkünfte, Hinterbliebenenversorgung. Bei der DRV einen V0210-Termin (Rentenberatung) buchen, bevor du beantragst — kostenlos und macht den Bescheid solide.
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