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Ratgeber · 7 Min LesezeitAktualisiert Mai 2026

Wie viel braucht man wirklich für die Rente?

Die 4%-Regel, die 25×-Regel und praktische Rentenmathematik, die für deutsche Sparer funktioniert.

Schlüsselbegriff
4%-Regel
Entnahmeleitlinie: Im ersten Rentenjahr 4% des Portfolios entnehmen (danach jährlich an die Inflation anpassen) hat historisch eine 30-jährige Rente getragen, ohne das Vermögen zu erschöpfen.
Beispiel: Ein Portfolio von 1.000.000 € erlaubt 40.000 € Entnahme im ersten Jahr, jedes weitere Jahr inflationsangepasst.
Schlüsselbegriff
25×-Regel
Logische Folge der 4%-Regel: Ihr Rentenziel beträgt das 25-fache Ihrer Jahresausgaben.
Beispiel: Wer 50.000 €/Jahr ausgibt, braucht 1.250.000 € für eine sichere Rente.
Schlüsselbegriff
FIRE (Financial Independence, Retire Early)
Bewegung mit aggressivem Sparen und Investieren, um finanzielle Unabhängigkeit (typisch 25× Jahresausgaben) lange vor dem klassischen Renteneintritt zu erreichen.
Beispiel: Wer 50% von 80.000 € brutto spart, erreicht FI in rund 17 Jahren — vs 40+ Jahre bei einer Sparquote von 10%.

"Wie viel brauche ich für die Rente?" ist die meistgegoogelte Finanzfrage. Antworten sind meist entweder erschreckend (5 Mio. €!) oder vage ("kommt drauf an"). Die echte Antwort ist eine einfache Formel — angepasst an die deutsche Realität (gesetzliche Rente, Riester, Vorabpauschale, höhere Steuerquote).

Die 4%-Regel

Drei Professoren der Trinity University rechneten historische Marktrenditen durch. Die maximale sichere Entnahmerate aus einem Portfolio, das 30+ Jahre hält, beträgt 4% pro Jahr, inflationsangepasst. Wer 4% entnimmt, geht historisch fast nie pleite — selbst durch die Weltwirtschaftskrise, die 1970er-Stagflation und 2008. Die Studie basiert auf US-Daten; mit MSCI World statt S&P 500 sind die Zahlen ähnlich.

Die 25×-Regel

Wenn 4% die sichere Entnahmerate ist, muss Ihr Portfolio das 25-fache Ihrer Jahresausgaben betragen. 3.000 €/Monat (36.000 €/Jahr) ausgeben? Sie brauchen 900.000 €. 5.000 €/Monat? 1,5 Mio. €. Das ist Ihre "FI-Zahl" (finanzielle Unabhängigkeit). Erreichen Sie sie, wird Arbeit optional.

Ihre Zahl berechnen

Beginnen Sie mit den aktuellen Jahresausgaben (nicht dem Einkommen). Erwartete Änderungen rauf-/runterrechnen: Hypothek abbezahlt? 12.000 € abziehen. Mehr Reisen? 8.000 € addieren. Privatversicherung statt Arbeitgeberzuschuss zur GKV? 4.000 €/Jahr addieren. Mit 25 multiplizieren. Das ist Ihre Zahl.

Zählt die gesetzliche Rente?

Ja, aber mit Vorsicht. Die gesetzliche Rente liefert 2026 für Durchschnittsverdiener ~1.500–1.800 €/Monat — bei 45 Beitragsjahren auf das Durchschnittsentgelt. Wenn Ihre erwarteten Ausgaben 3.500 €/Monat sind, deckt die Rente etwa die Hälfte und Sie brauchen Vermögen für die anderen 1.700 €/Monat — also ~510.000 € (25 × 20.400 €) statt 1,05 Mio. Aber: Demografie und Reformen werden den Auszahlungswert in 30 Jahren wahrscheinlich senken; rechnen Sie konservativ.

Lean FIRE vs Fat FIRE

Lean FIRE zielt auf minimale Ausgaben (1.500–2.500 €/Monat = 450.000–750.000 € Portfolio) — Eigentum auf dem Land, einfaches Leben. Klassisches FIRE zielt auf Mittelschicht-Komfort. Fat FIRE strebt Luxus an (8.000 €+/Monat = 2,4 Mio. €+) — Reisen, Restaurants, München-Innenstadt.

Warum 4% für Frührentner zu hoch sein kann

Die Regel ist auf 30 Rentenjahre kalibriert. Wer mit 40 in Rente geht und 90 wird, hat 50 Jahre Horizont. Forscher empfehlen 3,25–3,5% für sehr frühe Aussteiger (28–30× Ausgaben). Für deutsche Frührentner zusätzlich relevant: Krankenversicherung in der KVdR oder freiwillig — kann 600–900 €/Monat extra kosten, was die Zielsumme nach oben treibt.

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