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Z = K × p × t · § 246 BGB · § 288 BGB

Einfache Zinsen Rechner

Formel Z = K × p × t. Sofortige Berechnung für Verzugszinsen, gesetzliche Zinsen, kurzfristige Anleihen und alle Fälle ohne Zinseszinseffekt.

Wann einfache Zinsen in Deutschland relevant sind

Im modernen Finanzwesen sind einfache Zinsen selten — Tagesgeld, Festgeld, ETF-Sparpläne und alle Bankkonten kapitalisieren. Die wichtigen Anwendungsfälle für einfache Zinsen:

  • Verzugszinsen nach § 288 BGB: Basiszinssatz + 5 % (Verbraucher) bzw. + 9 % (B2B) auf offene Forderungen. Immer einfache Zinsen, taggenau berechnet.
  • Gesetzliche Zinsen nach § 246 BGB: 4 % p.a. als Auffangsatz, wenn vertraglich nichts anderes vereinbart wurde.
  • Prozesszinsen nach § 291 BGB: Verzinsung von Geldforderungen ab Rechtshängigkeit, Basiszinssatz + 5 %.
  • Anleihen mit Kuponauszahlung: Bei jährlicher Zahlung ohne Wiederanlage entspricht die Rendite genau dem Kupon — keine Wiederanlage = keine Kapitalisierung.
  • Sparbuch klassisch: Manche Altverträge zinsen tatsächlich einfach ohne Wiederanlage — bei modernen Sparkonten praktisch nicht mehr existent.

Beispielrechnungen

  • 5.000 € Verzug, 8 % p.a., 90 Tage: 5.000 × 0,08 × 90/365 = 98,63 € Verzugszinsen.
  • 10.000 € Anleihe, 4 % Kupon, 1 Jahr: 10.000 × 0,04 × 1 = 400 € Zinsen.
  • 25.000 € Darlehen, 5 % einfach, 3 Jahre: 25.000 × 0,05 × 3 = 3.750 € Zinsen.

Einfache Zinsen vs Zinseszins — Diferenzen mit der Zeit

10.000 € bei 4 % p.a.:

  • 10 Jahre: einfach 14.000 € · Zinseszins 14.802 € (Differenz 802 €)
  • 20 Jahre: einfach 18.000 € · Zinseszins 21.911 € (Differenz 3.911 €)
  • 30 Jahre: einfach 22.000 € · Zinseszins 32.434 € (Differenz 10.434 €)
  • 40 Jahre: einfach 26.000 € · Zinseszins 48.010 € (Differenz 22.010 €)

Daher: bei langfristigem Sparen immer Zinseszins anstreben (Tagesgeld, Festgeld, ETF) — einfache Zinsen nur dort akzeptieren, wo der Gesetzgeber oder Vertrag das verlangt.

Deutsche vs englische Zinsmethode

Bei unterjährigen Berechnungen unterscheidet sich die Tageszählung:

  • Deutsche Methode (30/360): jeder Monat = 30 Tage, Jahr = 360 Tage. Üblich bei Sparbüchern, Wohnungsbaudarlehen alt.
  • Französische Methode (act/360): tatsächliche Tage, Jahr = 360. Üblich am Geldmarkt.
  • Englische Methode (act/365): tatsächliche Tage, Jahr = 365. Üblich bei Anleihen, gerichtlichen Zinsen.

Im Gerichtsverfahren wird typischerweise act/365 verwendet (BGH-Rechtsprechung). Für Verzugszinsen-Berechnungen daher act/365 ansetzen.

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