Sparplan-Rechner
Kostenloser Sparplan-Rechner für ETF-Sparpläne, Banksparpläne und Riester. Sehen Sie, wie 500 €/Monat über 30 Jahre bei 7 % zu 612.000 € werden. Voreingestellt auf typische MSCI-World-Werte — alle Eingaben anpassbar.
Wie ein ETF-Sparplan funktioniert
Ein ETF-Sparplan ist die einfachste und günstigste Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Sie wählen einen breit gestreuten Welt-ETF (z. B. iShares Core MSCI World, ISIN IE00B4L5Y983), legen einen monatlichen Sparbetrag fest (ab 25 €), und der Broker kauft automatisch Anteile zum festgelegten Termin. Über Jahrzehnte glättet sich der Einstiegspreis (Cost-Average-Effekt) und der Zinseszins macht den Rest.
500 €/Monat — das 30-Jahres-Bild
Bei einer rein illustrativen Annahme von 7 % realer Rendite p. a. (nach Inflation) auf einen MSCI-World-Sparplan:
- 10 Jahre → 86.500 € (Sie haben 60.000 € eingezahlt)
- 20 Jahre → 260.460 € (Sie haben 120.000 € eingezahlt)
- 30 Jahre → 610.000 € (Sie haben 180.000 € eingezahlt)
- 40 Jahre → 1.314.000 € (Sie haben 240.000 € eingezahlt)
Nach 30 Jahren sind 70 % des Endsaldos Zinsgewinn, nicht Ihre Einzahlungen. Das ist der Punkt, an dem Zinseszins das Spiel gewinnt.
Vergleich: ETF-Sparplan vs. Banksparplan
500 €/Monat über 30 Jahre:
- Illustratives ETF-Szenario bei 7 % real (MSCI World) → ~610.000 €
- Illustratives Banksparplan-Szenario bei 2,5 % nominal → ~262.000 € (real ~150.000 € nach angenommener 3-%-Inflation)
- Bausparvertrag bei 1,5 % Guthabenzins → ~225.000 € (real noch weniger)
Die Differenz von ~350.000 € ist eine Folge der unterschiedlichen Modellannahmen und des Aktienrisikos. Historische Renditen sind keine Garantie; ersetzen Sie die Zinssätze und Inflation durch Ihre eigenen Annahmen.
Was Sie für den Rechner brauchen
- Anfangsbetrag: Vorhandenes Vermögen, das Sie einmalig anlegen. Lassen Sie 0 €, wenn Sie bei null anfangen.
- Monatliche Sparrate: Was Sie regelmäßig einzahlen. Faustregel: 10–15 % vom Nettoeinkommen.
- Erwartete jährliche Rendite: 6–7 % real für breit gestreute Welt-ETFs (MSCI World, FTSE All-World). Konservativer Planungswert.
- Laufzeit: 20–40 Jahre für Altersvorsorge, 5–15 Jahre für konkrete Ziele.
- Verzinsungsfrequenz: Monatlich (Standard für ETF-Sparpläne).
- Währung: EUR voreingestellt — deutsche Anleger handeln in Euro.
Steuerliche Behandlung in Deutschland
Auf realisierte Gewinne (beim Verkauf oder durch Ausschüttungen) fällt deutsche Abgeltungsteuer an: 25 % plus Solidaritätszuschlag plus ggf. Kirchensteuer = ~27–28 %. Aber:
- Sparerpauschbetrag: 1.000 €/Jahr (Single) bzw. 2.000 € (Verheiratete) sind steuerfrei. Freistellungsauftrag beim Broker setzen.
- Vorabpauschale: thesaurierende ETFs zahlen schon während der Haltedauer eine kleine jährliche Steuer.
- Teilfreistellung: 30 % der Gewinne aus Aktien-ETFs sind komplett steuerfrei (gilt ab 2018).
Thesaurierend vs ausschüttend — was lohnt sich?
Die meistgestellte Frage zu deutschen ETF-Sparplänen. Beide Varianten unterscheiden sich nur in der Dividenden-Behandlung:
- Thesaurierend (Acc): Dividenden werden automatisch im Fonds reinvestiert. Sie sehen keine Ausschüttung auf Ihrem Konto, aber der Anteilswert steigt entsprechend. Beispiel: iShares Core MSCI World Acc (IE00B4L5Y983).
- Ausschüttend (Dist): Dividenden werden quartalsweise an Sie ausgezahlt. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie sie ausgeben oder reinvestieren. Beispiel: Vanguard FTSE All-World Dist (IE00BK5BQT80).
Steuerlicher Vergleich (500 €/Monat, 30 Jahre, 7 % nominal, 2 % Dividendenrendite)
- Thesaurierend: ~610.000 € Endwert. Vorabpauschale (~50–200 €/Jahr) wird während der Haltedauer gezahlt, beim Verkauf werden 25 % Abgeltungsteuer auf die Differenz fällig (mit 30 % Teilfreistellung ändert sich die effektive Steuer auf ~17,5 % nach Sparerpauschbetrag).
- Ausschüttend: ~605.000 € Endwert (etwas weniger durch das Steuerleck auf Ausschüttungen). Jede Ausschüttung wird sofort versteuert (~17,5 % effektiv), kann aber den Sparerpauschbetrag voll ausnutzen.
Für die meisten Anleger ist thesaurierend leicht im Vorteil (~5.000–15.000 € auf 30 Jahre, je nach Sparerpauschbetrag-Auslastung), weil weniger Cashflow versteuert wird. Ausschüttend ist sinnvoll, wenn Sie den Sparerpauschbetrag jedes Jahr voll ausnutzen wollen (1.000 € Single / 2.000 € Ehe) oder einen konkreten passiven Cashflow wünschen (z. B. in der Rente).
Dynamik: Jährliche Erhöhung der Sparrate
Viele Anleger lassen einen einmal eingerichteten Sparplan jahrelang unverändert. Eine jährliche Erhöhung um nur 2 % (entspricht typischer Gehaltserhöhung) macht einen enormen Unterschied:
- Statisch 500 €/Monat, 30 Jahre, 7 %: ~610.000 €
- Mit 2 % Dynamik (500 € im Jahr 1, 906 € im Jahr 30): ~810.000 €
- Mit 3 % Dynamik (500 € im Jahr 1, 1.213 € im Jahr 30): ~960.000 €
Die meisten Broker (Trade Republic, Scalable, Comdirect) bieten automatische Dynamik-Einstellung. Aktivieren Sie sie einmal — und vergessen Sie sie. Eine 2 %ige Erhöhung gleicht Inflation aus, ohne dass Sie etwas tun müssen.
Welcher ETF für den Sparplan?
- iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983) — ~1.500 Aktien aus 23 Industrieländern, TER 0,20 %. Die Standardwahl.
- Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25) — ~3.500 Aktien inkl. Schwellenländer, TER 0,22 %. Breiter aufgestellt.
- iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259) — ~3.000 Aktien inkl. Schwellenländer, TER 0,20 %. Vergleichbar mit Vanguard.
Ob ein ETF bei Trade Republic, Scalable Capital, ING oder Comdirect als Sparplan angeboten wird und welche Gebühren gelten, ändert sich. Prüfen Sie die aktuelle Broker- und Fondsseite. Die drei Beispiele bilden unterschiedliche Indizes und Kosten ab; ihre künftigen Ergebnisse sind nicht identisch garantiert.
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Häufige Fragen
Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?
Jeden Monat wird automatisch ein fester Betrag (z. B. 100 €) in einen gewählten ETF investiert. Über Jahre sammeln sich die Anteile, profitieren vom Cost-Average-Effekt und vom Zinseszins.
Welche Rendite für einen Sparplan annehmen?
Für einen Welt-ETF (MSCI World, FTSE All-World): 5–7 % real (nach Inflation) langfristig. Konservativ 6 %, aggressiv 8 % nominal.
Wie viel monatlich in den ETF-Sparplan?
10–15 % vom Nettoeinkommen ist eine gute Faustregel. Wichtiger als der Betrag ist die Konsistenz über Jahrzehnte.