72er-Regel erklärt — wie lange Ihr Geld zur Verdopplung braucht
Mentale Abkürzung zur Berechnung der Verdopplungszeit bei jeder Rendite. Nützlich in Gesprächen, Planung und beim Erkennen übertriebener Anlageversprechen.
- 72er-Regel
- Schnelle Annäherung der Verdopplungszeit: 72 ÷ Jahreszinssatz = Jahre bis zur Verdopplung.
- Beispiel: Bei 8 % p. a. ergibt 72 ÷ 8 = 9 Jahre Verdopplungszeit.
Die 72er-Regel ist die nützlichste mentale Abkürzung der Privatfinanzen. Ohne Taschenrechner, Formel oder Tabelle. Teilen Sie 72 durch den prozentualen Zinssatz und erhalten Sie ungefähr die Zeit zur Verdopplung.
Praktische Beispiele
MSCI World ETF mit 7 % real: 10,3 Jahre zur Verdopplung. Tagesgeld bei 4 %: 18 Jahre. Hypothek bei 4 %: Schuld verdoppelt sich in 18 Jahren ohne Tilgung. Kreditkartenschuld bei 18 %: dauert 4 Jahre.
Warum es funktioniert
Die genaue Formel basiert auf ln(2) / ln(1+r). Für Zinssätze zwischen 4-12 % gibt 72 ÷ Zinssatz präzise Ergebnisse bis 0,5 Jahre. Über 15 % verwenden Sie die 70er-Regel.
Anwendung beim Betrugserkennen
Wenn jemand „100 % p. a. garantiert" verspricht, wenden Sie an: 72 ÷ 100 = 0,72 Jahre Verdopplung. In 5 Jahren würden 10.000 € zu 320.000 €. Wäre das real, würde jede Bank der Welt das machen. Schnellverdopplungs-Versprechen = Schneeballsystem-Warnsignal.
Varianten: 114er-Regel und 144er-Regel
114 ÷ Zinssatz = Jahre zur Verdreifachung. 144 ÷ Zinssatz = zur Vervierfachung. Bei 8 %: verdoppelt in 9, verdreifacht in 14, vervierfacht in 18.
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