TER (Total Expense Ratio): die unsichtbare Steuer auf Ihre Rendite
Warum 1,5% Verwaltungsgebühr 30% Ihres Endvermögens über 30 Jahre auffressen — und wie Sie die Kosten Ihrer Fonds prüfen.
- TER (Total Expense Ratio)
- Jährliche Gebühr, die ETFs und Investmentfonds erheben, ausgedrückt als Prozentsatz des verwalteten Vermögens.
- Beispiel: Der iShares Core MSCI World hat eine TER von 0,20% — das sind 20 € pro Jahr auf 10.000 € Anlage. Ein aktiver Fonds bei 1,5% würde 150 € im Jahr kosten.
- Vorabpauschale
- Pauschale Vorab-Besteuerung der Wertentwicklung von Investmentfonds in Deutschland. Wird jährlich anhand des Basiszinses berechnet, falls der Fonds Erträge erzielt.
- Beispiel: Bei einem MSCI-World-ETF mit 10.000 € Wert und 2,55% Basiszins 2025 fallen ca. 25 € Vorabpauschale × 70% Teilfreistellung × 25% Abgeltungsteuer ≈ 4 € Steuer p. a. an.
Die TER ist die jährliche Verwaltungsgebühr eines Fonds, ausgedrückt in Prozent des Anlagevolumens. 1,5% klingt trivial. Über 30 Jahre frisst es etwa ein Drittel Ihres Endvermögens. Über 40 Jahre fast die Hälfte. TER zu verstehen und zu minimieren ist die ROI-stärkste Aktion, die deutsche Anleger fast nie ergreifen — vor allem in teuren aktiven Fonds, die Sparkassen- und Bankberater immer noch verkaufen.
Die reale Kost von 1,5% TER pro Jahr
- 100.000 € investiert über 30 Jahre bei 7%: wachsen auf 761.226 €
- Dieselben 100.000 € bei 5,5% (nach 1,5% TER): wachsen auf 498.395 €
- Kosten der TER über 30 Jahre: 263.000 € — rund 35% des gebührenfreien Endwerts
Warum kleine Gebühren so zerstörerisch sind
Gebühren wirken zinseszinslich wie Renditen — nur in die andere Richtung. 1,5% pro Jahr bedeutet, dass jeder Endsaldo des Jahres 1,5% kleiner ist als ohne Gebühr. Dieser Verlust verzinst sich über Jahrzehnte. Es ist kein einmaliger Abzug — es ist eine 1,5%-Reduktion auf eine immer größere Basis.
Was TER im deutschen Markt aussehen
- Große ETFs (iShares, Vanguard, Xtrackers): 0,07–0,30% (z. B. iShares Core MSCI World 0,20%, Vanguard FTSE All-World 0,22%)
- Spezial-ETFs (Faktor, Themen): 0,30–0,75%
- Aktive Investmentfonds (Sparkasse, Deka, Union): 1,2–2,0% — typischer Verkauf am Schalter
- Kapitallebensversicherungen mit Fondscharakter: 1,5–3% explizit + Abschlusskosten — meist Geldfalle
- Vermögensverwaltung mit AUM-Gebühr: 0,7–1,5% zusätzlich zu Fondskosten
- Aktiv gemanagte bAV-Tarife: oft 1–2% — der Match macht es trotzdem lohnend, bis zur Match-Grenze
So prüfen Sie Ihre eigenen Fonds
- Im Depot oder bei der bAV-Versicherung: Fondsdaten öffnen
- Für jeden Fonds nach "TER" oder "laufende Kosten" im Factsheet suchen (KIID/PRIIP-Dokument)
- Über 0,5% TER: Alternative prüfen (passender ETF auf demselben Index)
- Bei bAV mit nur teuren Optionen: bis zur Match-Grenze einzahlen, Rest separat im Depot anlegen
Die Alternative: kostengünstige ETFs
Praktisch jede Studie zeigt: passive Index-ETFs schlagen aktive Fonds langfristig (10+ Jahre), hauptsächlich wegen der Gebührendifferenz. iShares Core MSCI World bei 0,20% vs typischer aktiver globaler Aktienfonds bei 1,5% = 1,3% jährlicher Vorteil. Über 30 Jahre auf 200.000 € sind das ~150.000 € mehr Endvermögen.
Die "aber mein Fonds schlägt den Index"-Falle
Der SPIVA Europe Report zeigt: 80–90% der aktiven Aktienfonds in Europa verlieren über 10 Jahre gegen ihre Benchmark. Vergangene Outperformance sagt nichts über die Zukunft — Top-Fonds eines Jahrzehnts bleiben selten Top-Fonds im nächsten. Empirisch ist es Glück, nicht Können.
Häufige Fragen
Was ist eine angemessene TER?
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Lassen sich bAV-Gebühren beeinflussen?
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Was ist mit Honorarberatern?
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