Freistellungsauftrag ({YEAR}): 1.000 € Sparerpauschbetrag richtig nutzen
Freistellungsauftrag erklärt: 1.000 € Single / 2.000 € Verheiratete steuerfrei. Wie aufteilen bei mehreren Banken, was passiert wenn vergessen, Beispiele ({YEAR}).
- Sparerpauschbetrag
- Jährlicher Steuerfreibetrag für Kapitalerträge: 1.000 € für Singles, 2.000 € für Verheiratete (Stand {YEAR}). Bis zu dieser Höhe sind Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne komplett steuerfrei.
- Beispiel: Wer 800 € Dividenden und 100 € Tagesgeldzinsen erhält, zahlt 0 € Abgeltungsteuer — bleibt unter dem Freibetrag.
- Freistellungsauftrag (FSA)
- Schriftliche Erklärung gegenüber Ihrer Bank oder Ihrem Broker, dass bis zu einem bestimmten Betrag keine Abgeltungsteuer abgezogen werden soll. Pflicht, um den Sparerpauschbetrag direkt zu nutzen.
- Beispiel: Bei Trade Republic FSA über 1.000 € einreichen → erste 1.000 € Erträge fließen automatisch ohne Steuerabzug.
- Abgeltungsteuer
- Pauschalsteuer von 25 % (+ Soli + ggf. Kirchensteuer) auf Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags. Wird automatisch von der Bank abgeführt.
Der Freistellungsauftrag ist eine der wenigen "geschenkten" Steuerersparnisse, die der Staat anbietet — und einer der häufigsten Anfängerfehler ist, ihn nicht zu nutzen. Wer keinen FSA einreicht, zahlt Steuer auch unter dem Freibetrag und muss sich das Geld umständlich über die Steuererklärung zurückholen. Dieser Leitfaden zeigt, wie es richtig geht.
Der Sparerpauschbetrag — die wichtigsten Zahlen
- Single: 1.000 €/Jahr steuerfrei (seit 2023; vorher 801 €).
- Verheiratete (Zusammenveranlagung): 2.000 €/Jahr steuerfrei.
- Gilt für alle Kapitalerträge: Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinne, Vorabpauschale aus ETFs.
- Über dem Freibetrag: 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Soli (~26,4 % effektiv) + ggf. 8-9 % Kirchensteuer.
- Bei mehreren Banken: Aufteilung möglich, Summe darf 1.000 € (bzw. 2.000 €) nicht überschreiten.
Wie den FSA aufteilen, wenn Sie mehrere Konten haben?
Beispiel: Sie haben Tagesgeld bei der ING und einen ETF-Sparplan bei Trade Republic. Erwartete Zinsen ING: 300 €. Erwartete Ausschüttungen Trade Republic: 400 €. Optimale Aufteilung: ING 350 € FSA, Trade Republic 650 € FSA (Summe 1.000 €). Falls Erträge anders ausfallen als geplant: Über die jährliche Steuererklärung erstattet das Finanzamt zu viel gezahlte Steuer.
Tipp für die Praxis: Schätzen Sie konservativ und verteilen Sie den FSA nach erwarteten Erträgen pro Bank. Zu hoher FSA bei einer Bank schadet nicht — er wirkt nur, wenn dort tatsächlich Erträge anfallen.
Was passiert, wenn ich den FSA vergesse?
Wenn kein FSA eingereicht ist, zieht die Bank ab dem ersten Euro Abgeltungsteuer ab. Diese Steuer können Sie über die Anlage KAP der Steuererklärung zurückholen — aber nur, wenn die Gesamtsumme Ihrer Kapitalerträge unter 1.000 € (bzw. 2.000 €) liegt. Aufwand: ~20 Minuten pro Steuererklärung. Vermeidbar mit einem 3-Minuten-FSA-Antrag.
Wann der FSA erhöhen — Lebensphasen
- Erste Jahre als Sparer: Erträge unter 1.000 € — voller FSA bei der Haupt-Bank reicht.
- Wachsendes ETF-Portfolio (50.000 € +): Vorabpauschale und Ausschüttungen können 1.000 € überschreiten. Verkauf eines ETFs nach 10 Jahren kann fünfstellige Gewinne realisieren — FSA bietet keinen Schutz mehr.
- Heirat: FSA für beide Partner aufteilen oder beide Konten zusammenführen für 2.000 € Freibetrag.
- Frühe Rente: Ausschüttende ETFs erzeugen jährliche Erträge — FSA muss auf alle Banken klug verteilt werden.
NV-Bescheinigung — wann sinnvoll?
Wer keinerlei Steuer zahlt (Studenten, Rentner mit niedrigem Einkommen), kann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV) beantragen. Damit fließen Kapitalerträge komplett steuerfrei, auch über 1.000 €. Bei Einkommen unter ~12.500 €/Jahr (Grundfreibetrag {YEAR}) praktisch immer sinnvoll.
Wie den FSA einreichen — 3 Minuten
- In Ihrem Broker/Bank-Account Login → Steuern oder Freistellungsauftrag suchen.
- Höhe eingeben (max. 1.000 € Single, 2.000 € Verheiratete pro Bank-Summe).
- Speichern oder elektronisch unterschreiben — fertig. Gilt sofort und unbefristet bis Widerruf.
Häufige Fragen
Was, wenn ich mehr als 1.000 € FSA verteile?
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Kann ich den FSA mitten im Jahr ändern?
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Was ist mit ausländischen Brokers (Interactive Brokers etc.)?
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Brauche ich einen FSA, wenn meine Erträge sicher unter 1.000 € bleiben?
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