Betriebliche Altersvorsorge bAV ({YEAR}): Entgeltumwandlung, Steuern, Beispielrechnung
bAV erklärt: Entgeltumwandlung spart Steuern und Sozialabgaben, aber Vorsicht bei der Auszahlung. 100 €/Monat bAV = nur ~50 € Netto-Aufwand. Beispiele für ({YEAR}).
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
- Altersvorsorge über den Arbeitgeber, finanziert aus Brutto-Gehaltsanteilen. Gesetzlicher Anspruch jedes Arbeitnehmers in Deutschland (§ 1a BetrAVG).
- Beispiel: Wer 200 €/Monat bAV einzahlt, spart darauf Lohnsteuer und Sozialabgaben — Netto-Belastung typisch ~100-120 €.
- Entgeltumwandlung
- Umwandlung eines Teils des Bruttogehalts in einen bAV-Beitrag. 2026 bis 7.728 €/Jahr steuer- und sozialabgabenfrei (bis BBG Rentenversicherung).
- Beispiel: Ein Angestellter mit 50.000 € Brutto wandelt 3.600 €/Jahr in bAV um → versteuert nur noch 46.400 €.
- Arbeitgeberzuschuss (15 %)
- Seit 2019 muss der Arbeitgeber 15 % zusätzlich zur Entgeltumwandlung beisteuern (wenn er Sozialabgaben spart). Macht bAV deutlich attraktiver.
- Beispiel: 100 € Entgeltumwandlung + 15 € AG-Zuschuss = 115 € in den Vertrag. Netto-Aufwand des Mitarbeiters: ~50 €.
- Doppelte Verbeitragung
- Risiko bei bAV: In der Auszahlung volle Sozialabgaben (Krankenversicherung ~18 %) auf die Rente. Seit 2020 mit Freibetrag ~187 €/Monat ({YEAR}) entschärft.
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eines der besten und unterschätztesten Vorsorgeinstrumente in Deutschland — wenn richtig genutzt. Die Logik: Sie zahlen aus dem Brutto ein, der Staat fördert mit Steuer- und Sozialabgaben-Ersparnis, der Arbeitgeber legt 15 % drauf. Das Ergebnis: ein hoher Bruttobetrag landet im Vertrag, der Netto-Aufwand ist nur knapp die Hälfte. Dieser Leitfaden zeigt, wann sich bAV lohnt und wann nicht.
Die fünf Durchführungswege
- Direktversicherung — am häufigsten, einfach, portabel. Versicherung schließt einen Vertrag im Namen des Arbeitnehmers ab.
- Pensionskasse — ähnlich Direktversicherung, oft tarifvertraglich geregelt (z. B. Metallrente).
- Pensionsfonds — flexiblere Anlageform, höheres Renditepotenzial, weniger garantiert.
- Direktzusage — Arbeitgeber zahlt direkt aus. Größtes Insolvenzrisiko, aber durch Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) abgesichert.
- Unterstützungskasse — komplex, vor allem für Geschäftsführer und höhere Gehälter relevant.
Steuer- und Sozialabgaben-Vorteil — wie viel sparen Sie wirklich?
Bei einem Brutto-Gehalt von 50.000 € (Single, ohne Kirche) und 100 € Entgeltumwandlung pro Monat (1.200 €/Jahr) ergibt sich:
- Brutto-Beitrag: 100 €/Monat in den bAV-Vertrag.
- Steuerersparnis (Grenzsteuersatz ~25 %): -25 €.
- Sozialabgabenersparnis (~20 % bei Angestellten): -20 €.
- Netto-Aufwand: ~55 €/Monat.
- Plus 15 % AG-Zuschuss: 115 € im Vertrag — Effektivrendite vor Verzinsung ~110 %.
Der Haken — doppelte Verbeitragung in der Auszahlung
In der Auszahlungsphase werden auf die bAV-Rente volle Sozialabgaben fällig (Krankenversicherung, Pflegeversicherung) — ca. 18 % der Rente. Seit 2020 gibt es einen Freibetrag von ~187 €/Monat ({YEAR}), erst darüber wird voll Sozialabgaben gezahlt. Zusätzlich Lohnsteuer auf den vollen Rentenbetrag (oft niedriger als in der Anspar-Phase).
Konkret: Wer 200 € bAV-Rente/Monat erhält und der Freibetrag 187 € beträgt, zahlt 18 % nur auf 13 € = 2,34 €. Bei 500 € Rente: 18 % auf 313 € = 56 €. Effektive Rentenkürzung: ~11 %. Das ist ärgerlich, hebt den Anspar-Vorteil aber nicht auf — Netto bleibt fast immer positiv.
Wann bAV besonders lohnt
- Wenn der Arbeitgeber neben den 15 % gesetzlichen Zuschuss zusätzlich freiwillig aufstockt (z. B. 50 € extra/Monat). Häufig in Tarifverträgen (IGM, ver.di).
- Höherer Grenzsteuersatz (>30 %) — Steuerersparnis größer.
- Wer in der Rente mit niedrigerem Steuersatz rechnet (Großteil der Angestellten).
- Kombiniert mit ETF-Sparplan außerhalb der bAV — Diversifikation der Vorsorgemodelle.
Wann bAV nicht optimal ist
- Geringes Einkommen (<25.000 € Brutto) — Steuerersparnis niedrig, Verlust an Rentenpunkten in der GRV schmerzt mehr.
- Geplanter häufiger Arbeitgeberwechsel — bAV-Übertragbarkeit funktioniert, aber jeder Wechsel kostet Performance.
- Hoher Bedarf an Liquidität (Selbstständige Übergangsphase) — bAV ist hartz-iv-sicher, aber nicht vor Pension zugänglich.
- Bei sehr schlechten bAV-Tarifen — Effektivkosten über 1,5 % p. a. fressen die Steuerersparnis auf.
Praktische Empfehlung
Nutzen Sie mindestens die volle Arbeitgeber-Förderung — wenn Ihr AG 100 €/Monat zuschießt, sollte Ihre Entgeltumwandlung mindestens den Betrag erreichen, der diesen Zuschuss auslöst. Über die Mindestförderung hinaus: Vergleichen Sie bAV-Effektivkosten mit einem ETF-Sparplan netto. Bei guten bAV-Verträgen (Effektivkosten <0,7 % p. a.) bleibt bAV oft vorteilhaft. Bei teuren Verträgen (>1,5 %): nur den Pflichtteil nutzen, Rest in ETF.
Häufige Fragen
Was passiert mit meiner bAV, wenn ich den Job wechsle?
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Kann ich die bAV vor Renteneintritt auszahlen lassen?
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Wie hoch ist der gesetzliche AG-Zuschuss genau?
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Was, wenn mein Arbeitgeber insolvent geht?
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Lohnt sich bAV neben Riester und ETF-Sparplan?
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