Finanzberater überprüfen
Bevor Sie jemandem Zugriff auf Ihr Geld geben, prüfen Sie die Person in drei kostenlosen Datenbanken. Gesamtdauer: 5 Minuten. Es ist die wirksamste Betrugsprävention, die es gibt.
Schritt 1 — Klären Sie, was verkauft wird
Die richtige Datenbank hängt von der Rolle ab. Die meisten fallen in drei Kategorien:
- Broker / registrierter Vertreter — verdient Provisionen am Verkauf von Wertpapieren (Aktien, Anleihen, Fonds). Prüfen Sie im FINRA BrokerCheck.
- Anlageberater (RIA) — berechnet eine Gebühr (typisch 0,5–1,5% des Vermögens) für laufende Beratung. Hat treuhänderische Pflichten. Prüfen Sie im SEC IAPD.
- Beides (Doppelregistrierung) — bei großen Firmen üblich. Prüfen Sie beide Datenbanken.
Versicherungsvertreter, „Finanz-Coaches“, „Vermögensstrategen“ und alle, die nicht registrierte Anlagen verkaufen (Immobilien-Beteiligungen, Krypto-Fonds, „private Gelegenheiten“), tauchen oft in keiner Datenbank auf. Das allein ist bereits ein großes Warnsignal.
Schritt 2 — Suchen Sie in der richtigen Datenbank
FINRA BrokerCheck
Pflichtregister für alle, die in den USA lizenziert Wertpapiere verkaufen. Suche nach Name oder Firma. Kostenlos, sofort, verbindlich.
- Aktive Lizenzen und bestandene Prüfungen
- Beruflicher Werdegang (letzte 10 Jahre)
- Kundenbeschwerden, Schiedsverfahren, Vergleiche
- Aufsichtsmaßnahmen, Suspendierungen, Berufsverbote
- Strafrechtliche Einträge
- Insolvenzen und Urteile
SEC Investment Adviser Public Disclosure (IAPD)
Pflichtregister für Berater mit mehr als 100 Mio. $ verwaltetem Vermögen (SEC) bzw. kleinere Berater (Bundesstaat). Zeigt das Form ADV — das wichtigste Offenlegungsdokument der Finanzbranche.
- Form ADV Teil 1 und Teil 2 (Firmenbroschüre)
- Verwaltetes Vermögen und Kundenzahl
- Gebührenstruktur und Vergütung
- Interessenkonflikte und Verflechtungen
- Disziplinarhistorie von Firma und Person
- Verwahrungs- und Prüfungsvereinbarungen
BaFin-Unternehmensdatenbank
Die BaFin führt das öffentliche Register aller in Deutschland zugelassenen Institute und veröffentlicht laufend Warnungen zu unerlaubten Angeboten. Wer Finanzdienstleistungen ohne BaFin-Erlaubnis anbietet, handelt illegal.
- Zulassungsstatus des Instituts
- Erlaubte Geschäftsarten
- Offizielle BaFin-Warnungen
- Maßnahmen gegen unerlaubte Geschäfte
Schritt 3 — Lesen Sie die Einträge genau
Die entscheidende Zahl heißt „Disclosures“: Sie katalogisiert jede Beschwerde, Aufsichtsmaßnahme, Straftat und Insolvenz der Person oder Firma. So interpretieren Sie den Befund:
Saubere Historie bei renommierter Firma. Fahren Sie mit normaler Sorgfalt fort: Person kennenlernen, Gebühren verstehen, treuhänderische Zusage schriftlich verlangen.
Ein einzelner alter Streitfall oder ein kleines Problem von vor Jahren disqualifiziert nicht automatisch. Lesen Sie die Details. Fragen Sie den Berater direkt. Achten Sie auf Muster.
Mehrere Streitfälle wegen Falschdarstellung oder ungeeigneter Beratung, eine aktuelle SEC/FINRA/BaFin-Maßnahme oder irgendeine Straftat mit Betrug, Diebstahl oder Wertpapieren: gehen Sie. Das Muster ist die Information.
Wer Wertpapiere verkauft oder Anlageberatung anbietet und nirgends registriert ist, handelt illegal. Nicht investieren. Bei der SEC bzw. BaFin melden.
Zusätzliche Prüfungen
- CFP Board: cfp.net/verify-a-cfp-professional zeigt CFP-spezifische Disziplinarmaßnahmen.
- Honorarberater-Verzeichnis: NAPFA (USA) listet treuhänderische Berater ohne Provisionen; in Deutschland: Verzeichnis der Honorar-Anlageberater der BaFin.
- Versicherungslizenz: Für Lebensversicherungs-/Rentenverkäufer das Vermittlerregister (Deutschland: dihk.de) bzw. die State Insurance Departments (USA).
- Gerichtsverfahren: US-Bundesklagen im PACER (kostenpflichtig). In Deutschland: Insolvenzbekanntmachungen und Handelsregister.