Identitätsdiebstahl: was tun, wenn es passiert ist
Ein 7-Schritte-Plan bei gestohlener Identität in Deutschland. SCHUFA-Sperre, Anzeige, BaFin-Meldung — und wie man sich erholt.
- SCHUFA-Sperrung
- Auf Antrag setzt die SCHUFA einen Vermerk, der Banken und Anbieter warnt, deine Identität bei Vertragsabschlüssen sorgfältig zu prüfen. Stärker als ein einfacher Hinweis.
- Beispiel: Die SCHUFA-Sperre wird per Brief beantragt — kostenlos, aktiv etwa 3 Tage nach Eingang.
- Strafanzeige bei der Polizei
- Schriftliche oder mündliche Anzeige bei jeder Polizeidienststelle (auch online über die Online-Wachen der Bundesländer). Nötig für viele Banken, um Schadensregulierung einzuleiten.
- Beispiel: NRW, Bayern, Berlin und andere bieten Online-Anzeige unter polizei.[bundesland].de an.
- BaFin-Verbraucherbeschwerde
- Beschwerdeverfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gegen Banken oder Finanzinstitute, die bei Identitätsdiebstahl ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben.
- Beispiel: Online-Beschwerde unter bafin.de/Verbraucherbeschwerde — kostenlos, schriftliche Antwort innerhalb weniger Wochen.
Identitätsdiebstahl trifft jährlich Hunderttausende in Deutschland — Kontoeröffnungen unter falschem Namen, betrügerische Bestellungen, Steuerbetrug. Je schneller du reagierst, desto mehr lässt sich begrenzen. Hier ist der 7-Schritte-Plan.
1. SCHUFA-Selbstauskunft anfordern und Sperrvermerk setzen
Kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO über meineschufa.de — zeigt alle Konten, Verträge und Anfragen auf deinen Namen. Wenn du etwas nicht erkennst, beantrage parallel eine SCHUFA-Sperre (kostenlos). Auch Boniversum (Creditreform) und CRIF Bürgel separat anfragen.
2. Strafanzeige bei der Polizei erstatten
Persönlich auf einer Wache oder online über die Online-Wache deines Bundeslandes. Bring Belege, Screenshots, falsche Rechnungen, alles Verdächtige mit. Aktenzeichen notieren — du brauchst es für jede weitere Meldung. Ohne Anzeige tun viele Banken nichts.
3. Bei Banken und Vertragspartnern reklamieren
Ruf die Betrugsabteilung (nicht die normale Hotline) jeder Bank, jedes Anbieters, wo Betrug vorliegt, an. Bei SEPA-Lastschriften: 8 Wochen Rückbuchungsrecht nutzen. Bei nicht autorisierten Überweisungen: §675u BGB (Bank haftet bei nicht autorisiertem Zahlungsvorgang). Schriftliche Bestätigungen aller Stornierungen verlangen.
4. Anzeige bei BaFin und Verbraucherzentrale
Wenn eine Bank trotz Anzeige nicht reagiert: BaFin-Verbraucherbeschwerde (bafin.de/Verbraucherbeschwerde). Verbraucherzentralen (verbraucherzentrale.de) bieten kostenlose oder günstige Erstberatung. Bei großen Schäden zusätzlich Anwalt einschalten.
5. Finanzamt und ELSTER absichern
Wenn deine Steuer-ID kompromittiert ist: dein Finanzamt informieren. Im ELSTER-Portal Aktivität prüfen — gab es eine fremde Steuererklärung? Ein FreischaltCode-Tausch ist möglich. Auch beim ELSTER-Postfach prüfen, ob fremde Dokumente angekommen sind.
6. Personalausweis und Pässe prüfen — ggf. neu beantragen
Wenn dein Personalausweis kopiert oder gestohlen wurde: bei der Stadt/Gemeinde verloren melden, Sperre der eID-Funktion über sperrhotline.de (kostenlos), neuen Ausweis beantragen. Reisepass parallel.
7. 12+ Monate weiter beobachten
Identitätsdiebe halten Daten oft monatelang, bevor sie zuschlagen. SCHUFA-Selbstauskunft alle 3 Monate (gratis nach DSGVO). Online-Banking-Konten, ELSTER, eBay, Amazon, alle größeren Dienste auf unbekannte Aktivität prüfen. WEISSER RING (weisser-ring.de) bietet kostenlose Opferbegleitung.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein kostenpflichtiger Identitätsschutz-Service?
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Wie lange dauert die Erholung von Identitätsdiebstahl?
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Wann sollte ich meine Personalausweisnummer online angeben?
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